BEDEUTUNG DER QUALITÄTSKONTROLLE FÜR TORFPRODUKTE

R. Reeker
Die Qualitätskontrolle von Torf, bzw. Torfprodukten dient den Verbrauchern. Sie können für den beabsichtigten Verwendungszweck voll geeignete Produkte erwarten, die auch entsprechend wirkungsvoll sind. Qualitätskontrollen dienen aber nicht nur den Verbraucher, sondern auch den Torfproduzenten, die wegen der hohen Investitionen ihrer Produktionsanlangen einen gleichmässigen und auf Jahre gesicherten Absatz brauchen. Ein solcher Markt kann nur ausgebaut und erhalten werden, wenn der Verbraucher die Güte des Produktes erkennt und eine Markentreue entwickelt. Das setzt hochwertige Erzeugnisse voraus, die nur bei laufender Qualitätskontrolle hergestellt werden können.

Die Qualitätskontrolle ist kein Selbstzweck und in der Durchführung auch keine wissenschaftliche Arbeit. Die Methoden müssen so einfach, sicher und schnell durchführbar sein, dass die Untersuchungen in grosser Zahl möglichst von ungelernten Kräften bewältigt werden können. Unter diesen Gesichtspunkten mussten die bekannten Untersuchungsmethoden meist vereinfacht werden; sie waren zu kompliziert. Das lag in der Regel an der für die Qualitätskontrolle viel zu grossen Genauigkeit.

Untersuchungsmethoden und Untersuchungshäufigkeit der Qualitäts-kontrolle richten sich nach dem Verwendungszweck des Torfproduktes. Für Torf ohne Dünger reichen einfache Untersuchungen in grösseren Abständen aus. Beim Torf-Kultur-Substrat sind dagegen häufigere und differenziertere Untersuchungen notwendig, denn schon geringe Abweichungen von der Norm können zu grossen Schäden führen.

Die Qualitätskontrolle muss kontinuierlich durchgeführt werden. Erst dann entsteht ein genaues Bild über die Güte der einzelnen Torfprodukte, und was ebenso wichtig ist, über die Maschinen, mit denen sie hergestellt werden. Über- und Unterschreitungen der festgelegten Grenzwerte müssen sofort geahndet werden. Wenn nötig, muss dem Produzenten durch Zusatzuntersuchungen geholfen werden, Fehler in der Produktionsanlage sofort auszuschalten.

Die nun folgenden Angaben beziehen sich ausnahmslos auf Untersuchungen, die die Torfstreuverband GmbH bei der Qualitätskontrolle ihrer Produkte anwendet.

Beim Floratorf handelt es sich um wenig zersetzten Hochmoortorf ohne Nährstoffe oder andere Zusätze. Die Merkmale des Torfes sind in der DIN-Norm 11542 festgelegt. Das wichtigste Untersuchungsgerät für dieses Produkt ist das menschliche Auge. Jeder geübte Probenehmer kann an der Farbe und der Struktur des Torfes feststellen, ob es sich um wenig zersetzten Hochmoortorf handelt, und zwar mit grosser Sicherheit und bedeutend schneller als es mit den kompliziertesten Geräten z. Zt. möglich ist. Im Zweifelsfalle kann das Mikroskop zur Hilfe genommen werden, um festzustellen, ob ausreichend strukturierte Sphagnumblättchen

Reeker, R. (1971). BEDEUTUNG DER QUALITÄTSKONTROLLE FÜR TORFPRODUKTE. Acta Hortic. 18, 107-109
DOI: 10.17660/ActaHortic.1971.18.13
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1971.18.13
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