SPURENNÄHRSTOFFBEDARF VON SCHNITTBLUMEN IN TORFKULTUR

Dr. F. Penningsfeld
Da der zur Torfkultursubstratherstellung verwandte Hochmoortorf von Natur aus spurennährstoffarm ist und teilweise sogar Spurennährstoffe festzulegen vermag, kommt der Spurennährstoffversorgung von in Torf angezogenen Kulturpflanzen grosse Bedeutung zu. Dies gilt für unter Glas kultivierte Schnittblumen in besonderem Masse, weil dort zur Erzielung hoher Erträge von guter Qualität intensive Makronährstoffdüngung erforderlich ist, die leicht zu relativem Mikronährstoffmangel führt, wenn nicht ein entsprechendes Gegengewicht geschaffen wird. Auch in üblichen Gewächshausböden treten derartige Ernährungsstörungen nicht selten auf, wenn beispielsweise zu stark gekalkt wird, der osmotische Druck der Bodenlösung bei Salzanreicherung zu hoch ansteigt oder aber eine starke Phosphorakkumulierung stattfindet, wodurch verschiedene Spurennährstoffe im Boden fixiert bzw. deren Aufnahme und Weiterleitung in der Pflanze blockiert werden.

Bei mehrjährig kultivierten Schnittblumen, wie Gerbera und Rosen, verursacht unzureichende oder übermässige Mikronährstoffversorgung unter Umständen schwere Erkrankungen und Ausfälle, die zur Aufgabe der Kultur zwingen. In vielen Betrieben äussert sich die disharmonische Nährstoffversorgung jedoch nur in Ertragsdepressionen und Qualitätseinbussen, die allerdings nich weniger gefährlich sind, weil sie die Wirtschaftlichkeit, auf lange Sicht gesehen, entscheidend zu beeinträchtigen vermögen.

In Torf angezogene Pflanzen verlangen gute Kenntnisse des Spurennährstoffbedarfs der angebauten Schnittblumen, weil nur bei dessen Befriedigung Höchstleistungen erwartet werden können. Andererseits lässt sich in Torfkultur die Menge der verfügbaren Spurennährstoffe recht genau dosieren und so der optimale Versorgungsbereich ohne grössere Schwierigkeiten sicherstellen, da - im Gegensatz zu den üblichen gärtnerischen Erden - praktisch keine grösseren Reserven hiervon vorliegen, die während der Kulturzeit mobilisierbar sind und die Düngung somit dem Bedarf entsprechend vorgenommen werden kann. - Die Anzucht in Torf bietet u.a. gute Möglichkeiten, den spezifischen Bedarf der angebauten Pflanzen an Mikronährstoffen versuchsmässig exakt zu prüfen. Die in Torfkultur gewonnenen Versuchsergebnisse können im übrigen direkt in der Praxis verwertet werden, sofern dort ebenfalls in Torf kultiviert wird. Sie lassen sich aber auch auf andere gärtnerische Erden übertragen, wenn deren Eigenschaften entsprechende Berücksichtigung finden.

Auf Grund der vorstehenden Überlegungen wurden von 1963–1967 in Weihenstephan exakte Gefässversuche mit Rosen, Nelken, Chrysanthemen und Gerbera durchgeführt, um zu klären, wieviel diese Schnittblumen

Penningsfeld, Dr. F. (1971). SPURENNÄHRSTOFFBEDARF VON SCHNITTBLUMEN IN TORFKULTUR. Acta Hortic. 18, 53-65
DOI: 10.17660/ActaHortic.1971.18.5
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1971.18.5
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