DER WERT VERSCHIEDENER SUBSTRATE FÜR DEN GEWÄCHSHAUSTOMATENBAU

Dr. E. Chroboczek, J. Karasinska-Dobrzanska
Im modernen Gemüsebau unter Hochglas wird der Boden immer öfter, aus verschiedenen Gründen übrigens, durch andere Nährsubstrate ersetzt. Unter anderem dient der Einsatz von Torf zu diesem Zweck.

In der vorhergehenden Arbeit (1), über welche auf dem Internationalen Gartenbau-Kongress im College Park 1966 berichtet worden ist, haben wir Versuchsresultate aus der Produktion in Nieder- und Hochmoortorf, gedämpft und ungedämpft, hauptsächlich von Jungpflanzen, die im Gewächshaus für den frühzeitigen Grundanbau aufgezogen worden sind, dargelegt. Hier möchten wir über Arbeitsergebnisse berichten, zu welchen wir 1968 beim Gewächshaustomatenbau für die Frühjahrs- und Herbsternte gekommen sind. Es handelt sich wieder um dasselbe Problem, wie in der vorigen Arbeit, nämlich um den Vergleich von Hoch- und Niedermoortorf mit Komposterden. Der Hochmoortorf mit seinem geringeren Zersetzungsgrad weckte, als Nährboden für den Pflanzenanbau unter Glas, das Interesse zahlreicher Forscher, von denen hier nur Penningsfeld (6), Puustjärvi (8), Pudelski (7), Starck (5), Hoffman (2), Oszkinis und Haber (3), Wood (9) erwähnt sein sollen; das Interesse für Niedermoortorf ist bei weitem nicht so stark. In Polen haben wir bei einer Gesamtfläche von 1,800,000 ha Moorböden ca. 90% Niedermoore, wobei der Niedermoortorf überall im Lande gegraben wird und einen verhältnismässig niedrigen Preis hat, ungefähr 10% des Preises für Hochmoortorf.

Wir stellen hier die Ergebnisse aus dem Jahr 1968 vor, aber der Versuch wird mit derselben Versuchsmethodik weitergeführt.

Im Frühjahr wurde die Erde mit dem Hoch- und Niedermoortorf, gedämpft und ungedämpft, auf zweierlei Weise verglichen: einmal für den Grundanbau, wobei man an Stelle des ausgehobenen Bodens die Torfe in einer 35 cm starken Schicht aufschüttete ohne sie vom Unterboden zu isolieren, und zweitens in Form von "Ringkulture". Diese Ringkulturen waren grundsätzlich der Publikation von Sheldrake und Dallyn (4) nachgebildet, jedoch etwas modifiziert. Man hat nämlich die Holzlatten, die die Torfbeete von den Stegen trennten, gänzlich ausgeschaltet und dafür die Beete 15 cm tiefer in den Boden, als die Stege eingesenkt. Diese 15 cm-Vertiefungen wurden samt den Stegen mit einer 0.1 mm starken Polyäthylenfolie bedeckt, wodurch eine volle Isolierung der angebauten Pflanzen von Krankheitserregern aus den Unterboden geschaffen wurde. Auf die Folie kommt der entsprechende Torf, welcher die Unterlage für die Ringe bildet. Die sogenannten Ringe bilden gewissermassen bodenlose Gefässe, die aus "Folienärmeln" geschnitten werden. Nach den Auffüllen dieser Abschnitte mit Torf beträgt der Durchmesser sowie

Chroboczek, Dr. E. and Karasinska-Dobrzanska, J. (1971). DER WERT VERSCHIEDENER SUBSTRATE FÜR DEN GEWÄCHSHAUSTOMATENBAU. Acta Hortic. 18, 85-90
DOI: 10.17660/ActaHortic.1971.18.9
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1971.18.9
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