GRUNDLAGEN DER ANZUCHT GARTNERISCHER KULTURPFLANZEN IN TORF

F. PENNINGSFELD
Vor fast 20 Jahren begannen wir in Weihenstephan mit unserenersten Versuchen, Pflanzen in gedüngtem Torf anzuziehen. Als Versuchsobjekte dienten zunächst Azaleen. Später wurden die Untersuchungen auf Eriken, Kamelien, Hortensien und schliesslich auf Topfpflanzen sowie auf Schnittblumen, Gemüse- und Sommerblumenjungpflanzenanzuchten, Forstpflanzenaussaaten, Stauden, Rhododendren, Orchideen, Bromelien und Gräser ausgedehnt. Es liegen mittlerweile Erfahrungen mit über 200 verschiedenen Pflan enarten vor, deren spezifische Ansprüche bei Anzucht in Torf überprüft sind.

Die Untersuchungen wurden in erster Linie zur Vereinfachung und Vereinheitlichung der Erdherrichtung begonnen, die aus betrieblichen Gründen bei einer grosszügigen Pflanzenanzucht wichtige Voraussetzungen darstellen. Während anfangs der Vergleich verschiedener Torfherkünfte in ihrer Wirkung auf das Wachstum der Pflanzen im Vordergrund stand, interessierte in der Folge insbesondere das Studium der spezifischen Ansprüche unserer wichtigsten gärtnerischen Kulturpflanzen an die Ernährung, wobei das gleiche Substrat verwandt wurde.

Als Ergebnis dieser Untersuchungen kann man feststellen, dass die verschiedenartigsten Pflanzen sich in wenig zersetztem Hochmoortorf sehr gut entwickeln, wenn dieser den besonderen Ansprüchen entsprechend gekalkt und mit Kern- sowie Spurennährstoffen gedüngt wird. - Uber die Kernnährstoffdüngung, die bei den einzelnen Pflanzen beste Entwicklung sicherstellt, wurde in 3 Büchern, nämlich "Nährstoffentzug und optimale Düngungshöhe im Zierpflanzenbau" (Verlag des Bayer. Erwerbsgartenbaues e.v., München 1952), "Die Ernährung im Blumenund Zierpflanzenbau" (Verlag Paul Parey 1962) und "Hydrokultur und Torfkultur" (Verlag Eugen Ulmer 1966) sowie in zahlreichen Publikationen, die in Fachzeitschriften erschienen, eingehend berichtet. Aus diesem Grunde kann dieser Punkt hier mit kurzen Worten abgetan werden.

Die optimale Grunddüngungshöhe bewegt sich im Bereich von 0,5-3 kg Volldünger/cbm Torf (ca. 3 Ballen à 0,17 cbm). Wir bildeten drei Pflanzengruppen, eine empfindliche (0,5 kg/cbm), eine verträgliche (1,5 kg/cbm) und eine bedürftige (3 kg Dünger/cbm), in die sich alle bisher untersuchten Kulturpflanzen einordnen lassen.

Neben der Kernnährstoffdüngung kommt der Aufkalkung des Torfs

PENNINGSFELD, F. (1968). GRUNDLAGEN DER ANZUCHT GARTNERISCHER KULTURPFLANZEN IN TORF. Acta Hortic. 8, 5-12
DOI: 10.17660/ActaHortic.1968.8.1
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1968.8.1