DER FINNISCHE GARTENBAU MIT BESONDERER BERUCKSICHTIGUNG DER TORFKULTUREN

R. VARTIJA
Durch die nördliche Lage Finnlands mag Zweifel über die Möglichkeiten des Gartenbaues entstehen. Mitten im Winter sindzwardie Temperaturen niedriger als in südlicheren Gegenden und auch die Tage sind kürzer. Vom Februar - März an bessern sich jedoch die Verhältnisse und durch die Schneedecke sind die besonders für den Gewächshausbau wichtigen Tageslichtverhältnisse wesentlich besser, als man ohne nähere Kenntnis der Umstände annehmen könnte. Die hierdurch hervorgerufene Beschleunigung des Wachstums gleicht den Unterschied in den Heizungskosten aus. Im Sommer ist unser Klima fast ideal fürden Gewächshausbau. Es gibt fast 24 Stunden lang genügend Licht und das Wachstum ist sehr schnell. Keine zu grosse Hitze schadet den Kulturen und dieses wirkt sich günstig auf die Qualität der Produkte aus. Im Herbst beginnt das Schwinden des Lichts vom Oktober an den Treibhausbau zu beeinträchtigen.

Unsere Wachstumsperiode ist auch für die meisten Gemüse-, Beeren- und Baumschulkulturen genügend lang und warm. Obstbau ist aus klimatischen Gründen nur an der Süd- und Südwestküste möglich. Wirtschaftlich gesehen ist bei uns der Anbau von Blumen und Gemüse unter Glas am wichtigsten. Nach der im Jahre 1959 durchgeführten landwirtschaftlichen Erhebung gab es ca 190 ha unter Glas, danach ist jedoch die Entwicklung sehr schnell vorwärts gegangen. Nach der Statistik der Marktorganisation der Gartenbauproduzenten waren im Jahre 1966 46% der Gewächshäuser nach dem Jahre 1960 gebaut. Heute kann man vorsichtig geschätzt sagen, dass es ca 230 ha Kulturen unter Glas in Finnland gibt. Ein weiterer Zug der Entwicklung ist, dass die Spezialisierung sehr stark hervortretend ist und dass sich die Spezialkulturen starkvergrössern. Der grösste Teil der Gewächshauskulturen liegt südlich der Linie Lappeenranta- Vaasa, zwischen dem 60. und 63. Breitengrad. Aber auch nördlicher, zwischen dem 65. und 66.Breitengrad gibt es sowohl Freiland- als auch Gewächshauskulturen. Wichtige Zentren ren der Gewächshauskulturen sind Helsinki, Turku, Tampere und Kotka mit Umgebung. Eine bedeutende Tomatenbaugegend finden wir in der Landschaft Süd-Pohjanmaa, auf der Höhe des 62. - 63. Breitengrades, wo auf verhältnismässig engem Gebiet etwa 50 ha Gewächshaustomate angebaut wird, d. h. über die Hälfte aller in Finnland angebauten Tomaten.

VARTIJA, R. (1968). DER FINNISCHE GARTENBAU MIT BESONDERER BERUCKSICHTIGUNG DER TORFKULTUREN. Acta Hortic. 8, 45-50
DOI: 10.17660/ActaHortic.1968.8.7
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1968.8.7