KOMPOSTIERUNG DES SCHLACHTHOFABFALLS MIT TORF

T. RAUTAVAARA
Die Behandlung und Beseitigung der Schlachthofabfälle ist schon immer ein schwieriges Problem gewesen. Auf den Abladeplätzen sind diese Abfälle äusserst unhygienisch und daher unerwünscht. Sie faulen, stinken und locken und erzeugen ungeheure Mengen von Aas- und Fleischfliegen, die Poliomyelitis und andere Krankheiten verbreiten. Auch Ratten mögen diese Abfälle gern.

Die Ablade- und Müllkipp-Plätze sind oft unglücklich gewählt gewesen, alte Sand- und Kiesgruben oder Moorsenken. Wenn der Regen die Fäulnisprodukte auslaugt, gehen si direkt ins Grundwasser.

Schon von 1951 – 1956 hat der Autordie Behandlung der Siedlungsabfälle studiert und Versuche angestellt, wobei gefunden wurde, dass die schlimmsten Abfälle, Fäkalien und Speisereste mit Müll, Komposterde oder Torf bedeckt sofort steril wurden. Schon eine dünne Schicht davon absorbiert Gerüche und wehrt die Fliegen- und Rattenplage ab. Diese Zusätze erwiesen sich geeignet, einen aeroben Humifizierungsprozess in Gang zu bringen.

Es wurde in 1964 eine Arbeitsgruppe gebildet, wobei der Autor, der Herr Prof. Dr. Viljo Puustjärvi, der Herr Obergärtner Pentti Hellsten und der Herr Apotheker Bertel Pomoell mitwirkten, um eine neue Methode für die Behandlung der Schlachthofabfälle zu entwickeln. Wir haben frische Abfälle mit rohem Frästorf ohne Zusätze kompostiert und die Eigenschaften des Produkts als Düngemittel im Feldversuch getestet.

Es interessierte uns herauszufinden, ob der an und für sich ganz sterile Torf eine geeignete Kohlenstoffquelle wäre, um die richtige Mikrobenflora für die Kompostierung entstehen zu lassen. Der Rohstoff Schlachthofabfall enthält zwar grosse Mengen von Darm-, Pansen- und andere Mikroben, aber die eigentlichen Kompostmikroben sind ganz anderer Art, die in einer normalen Kulturerde immerzu finden und schnell zu vermehren sind, aber im Torf spärlich oder kaum vorkommen. (ISOTALO 1951). Unser Ziel war nämlich eine schnelle Erhöhung der Temperatur. Bekanntlich ist schon eine Temperatur von 55–60°C in Kompostverhältnissen hoch genug, um in einigen Tagen nicht nur die Maden, sondern auch diezähesten Pathogene, wie z. B. B-anthracis zu vernichten, wobei die antibiotischen Kräfte der Aktinomyceten und Schimmelpilze eine Rolle spielen.

Die Voraussetzung der Temperaturerhöhung ist eine schnelle und

RAUTAVAARA, T. (1968). KOMPOSTIERUNG DES SCHLACHTHOFABFALLS MIT TORF. Acta Hortic. 8, 51-54
DOI: 10.17660/ActaHortic.1968.8.8
https://doi.org/10.17660/ActaHortic.1968.8.8